Runder Tisch zum Thema Nutrias: Schäden der Stadtverwaltung mitteilen

Ein Nutria, das durch ein Verbotszeichen durchgestrichen wurde.Bürgermeister Ralf Möller hat gemeinsam mit Vertretern der Jäger, Landwirte, betroffenen Kommunen und Bürgern Möglichkeiten zur Eindämmung der Nutrias beraten. „Wir waren uns einig, dass die aktuelle Situation so nicht bleiben kann“, erklärt Möller. Man werde daher zweigleisig fahren. Kurzfristig, so habe sich in den Gesprächen herauskristallisiert, muss das Ziel sein, dass die Anzahl der Nutrias sich nicht vergrößere. Dies erreiche man nur, indem die Nutrias einerseits nicht gefüttert und andererseits außerhalb der Schonzeiten intensiv bejagt werden. „Wir sind den Jägern zu großem Dank verpflichtet“, betont Möller. In den vergangenen fünf Jahren hätten sie über 250 Nutrias erlegt – allein im vergangenen Winter 80 Tiere. „Vielen ist nicht bewusst, dass die Jäger diese Arbeit in ihrer Freizeit verrichten“, so Möller. Man müsse sich vor Augen halten, dass ein weibliches Nutria zwei bis drei Würfe im Jahr mit jeweils bis zu acht Jungtieren haben kann. „In wenigen Jahren kann die Population sprunghaft ansteigen“, so Möller weiter. Dass die Population nicht weiter gewachsen ist, sei der Verdienst der Jäger.

Wie Möller weiter mitteilt, stieß man in der Runde auf großes Unverständnis, dass Nutrias per Landesgesetz seit 2016 unter die Schonzeit-Regelung fallen, obwohl sie im Bundesnaturschutzgesetz als sogenannte invasive Art bezeichnet werden und daher eine Ausbreitung zu verhindern ist. „Da sich die Nutrias so rasch vermehren, spielt der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle. Dass die Tiere von März bis Ende August nicht bejagt werden dürfen, erschwert und alles nur. Dem Gesetz fehlt der ‚präventive Charakter‘“, bemängelt Möller. Damit die Untere Jagdbehörde eine Ausnahmegenehmigung zur Bejagung während der Schonzeit erteilten könne, müssten die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sein.

Schäden durch Nutrias der Stadtverwaltung mitteilen

Daher müsse man alle Schäden, die durch Nutrias entstanden sind, dokumentieren. „Ich rufe daher alle Weiterstädter auf, der Stadtverwaltung mitzuteilen, welche Schäden Ihnen durch die Nutrias entstanden sind und welche Probleme sie mit den Tieren haben", so Möller.

Am besten sei es, den Schaden oder Vorkommen der Tiere auch mit einem Bild zu dokumentieren. Meldungen sollten schriftlich per E-Mail an anette.jung@weiterstadt.de, per Fax 06150 / 400-3109 oder per Post an Stadt Weiterstadt, z. Hd. Anette Jung, Riedbahnstraße 6, 64331 Weiterstadt eingereicht werden, damit die Unterlagen gesammelt und an die zuständigen Behörden beim Kreis und Land weitergeleitet werden können. „Muss immer erst etwas passieren, damit das von allen als Richtige erkannte umgesetzt werden kann?“, sieht Möller den aktuellen Rechtsrahmen kritisch.

Nutrias sind eigentlich in Südamerika heimisch und kamen in den 1920er Jahren im Zuge der Pelzproduktion nach Deutschland. Nach und nach gelangten die Tiere in die Freiheit und verbreiten sich seither im Bundesgebiet und richten an Bachufern und Feldfrüchten massive Schäden an. Auch benachbarte Kommunen und Kreise haben Probleme mit Nutrias.

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