Brief an verletzten Bürgermeister von Altena: „Ein mutiger und charakterstarker Schritt“

Bürgermeister Ralf Möller hat im Namen des Magistrats sowie der vier Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung seinem Amtskollegen Andreas Hollstein aus Altena in Westfalen Respekt für sein politisches Handeln in der Flüchtlingsfrage gezollt.

Hollstein befand sich in einem Dönerimbiss, als er von einem Mann wegen seiner Flüchtlingspolitik mit einem Messer am Hals attackiert wurde. Hollstein entschied zur Beginn des Flüchtlingszustroms, dass Altena über seine Verpflichtungen hinaus Flüchtlinge aufnimmt. Dank des beherzten Eingreifens der beiden Dönerimbiss-Besitzer konnte bei dem Angriff Schlimmeres verhindert werden.

„Die Nachricht, dass Sie nur knapp einer lebensbedrohlichen Messerattacke entkommen sind, hat uns sehr betroffen gemacht. Dass Sie den Entschluss gefasst haben, Gesicht zu zeigen und sich nicht einschüchtern zu lassen, empfinden wir als einen mutigen und charakterstarken Schritt, der Ihre menschlichen Qualitäten in vollsten Zügen zur Geltung bringt“, so Möller in dem Schreiben.

Der Vorfall hätte sich auch in vielen anderen Kommunen ereignen können. Möller wies in dem Schreiben darauf hin, dass ein Wesensmerkmal der Demokratie das offene Austragen von Meinungsverschiedenheiten mit der Kraft des Arguments sei. Es sei eine demokratische Pflicht jedes Einzelnen, gegen Hetzreden Stellung zu beziehen. Hollstein habe mit seinem Entschluss, Gesicht zu zeigen und weiterzumachen, dieser Pflicht ein großes Ausrufezeichen hinzugefügt.

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