Statement des Weiterstädter Bürgermeisters Ralf Möller zur neuen Flugroute „Cindy S“

Lärmbelastung wird gemessen

Seit rund zwei Wochen ist die geänderte Flugroute „AMTIX kurz zu Cindy S" in einem Probebetrieb aktiv. Als Bürgermeister von Weiterstadt und zugleich Mitglied im Vorstand der Fluglärmkommission verfolge ich die Entwicklungen mit besonderem Interesse. In der Kommission ist es unsere Aufgabe, die unterschiedlichen Betroffenheiten entlang der Flugrouten bestmöglich auszugleichen – mit einem Blick auf das Ganze, aber natürlich auch mit dem berechtigten Anspruch, die Belastung für unsere Weiterstädter Stadtteile so gering wie möglich zu halten.

Die Startbahn 18 West fällt dabei in meinen direkten Zuständigkeitsbereich. Gräfenhausen und Schneppenhausen, die durch die geänderte Kurvenführung besonders betroffen sind, stehen dabei besonders im Fokus. Erste Rückmeldungen zeigen, dass insbesondere im Süden Gräfenhausens die neue Routenführung trotz größerer Entfernung der Flugzeuge teilweise als lauter wahrgenommen wird. Dieses Phänomen nehmen wir sehr ernst.

Obwohl laut Deutscher Flugsicherung über 97 % der Flüge die neue Route exakt einhalten, scheint der veränderte Neigungswinkel der Flugzeuge eine verstärkte Lärmwahrnehmung zu erzeugen. In der Fluglärmkommission werden wir dieses Thema in der nächsten Sitzung im September detailliert besprechen.

Bereits im Vorfeld der Routenänderung wurde für Weiterstadt eine rechnerische Lärmreduzierung von unter einem halben Dezibel prognostiziert – eine messbare, wenn auch geringe Entlastung. Wir wollen nun herausfinden, ob diese Verbesserung auch tatsächlich bei den Menschen vor Ort ankommt.

Dafür wird die Fluglärmmessstation zwischen Gräfenhausen und Schneppenhausen, welche fundierte Daten zur tatsächlichen Lärmbelastung sammelt, genutzt. Diese Messungen werden, ebenso wie der gesamte Probebetrieb, einige Zeit in Anspruch nehmen.

Es wurden mehrere Varianten für die neue Flugroute geprüft. Die jetzt ausgewählte Variante war die zweitbeste für Weiterstadt hinsichtlich der berechneten Lärmentlastung – die rechnerisch beste hätte wiederum zu einer deutlichen Mehrbelastung für Erzhausen geführt. Sollte sich jedoch zeigen, dass die tatsächliche Belastung in Gräfenhausen deutlich höher ausfällt als erwartet, werde ich in der Fluglärmkommission eine erneute Prüfung der Alternativen fordern. Dazu gehört auch die Option, die Kurve weiter ins unbewohnte Gebiet zu verlegen – weg von der direkten Nähe zu Gräfenhausen.

Wir stehen in engem Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern, nehmen die Rückmeldungen – ob positiv oder kritisch – sehr ernst und setzen uns für eine faire und spürbare Entlastung aller betroffenen Ortsteile ein.

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