Möller lobt Verhalten von Bürgern und Gewerbetreibenden

Corona-Krise: Bevölkerung zeigt sich solidarisch – Unternehmen halten sich an Schließungsvorgaben – Stadtverwaltung hält öffentliches Leben so gut es geht aufrecht

Die zunehmende Verbreitung des Coronavirus hat das öffentliche Leben in Deutschland lahm gelegt – auch in Weiterstadt. Viele Geschäfte und Unternehmen mussten schließen, öffentliche Einrichtungen (z.B. Rathaus und Stadtbüro) sind ebenfalls geschlossen. Gleiches gilt für Schulen und Kindertagesstätten, die vorerst bis zum 19. April 2020 zu bleiben. Obwohl sich die Mitarbeiterzahl deutlich reduziert hat, kann die Verwaltung derzeit mehr als nur die Grundversorgung bieten. So sind etwa Termine im Stadtbüro, in der Kfz-Zulassungsstelle oder im Ortsgericht nach vorheriger telefonischer Absprache weiterhin möglich. Während die Kläranlagen reibungslos laufen und Baustellenarbeiten größtenteils gut voranschreiten, muss sich der Bauhof auf wesentliche Tätigkeiten konzentrieren. Dazu zählt zum Beispiel, dass Abfallbehälter regelmäßig geleert werden. Auf dem Bauhof steht mittlerweile der Windelcontainer, der von Montag bis Donnerstag (7 bis 16 Uhr) und am Freitag (7 bis 12 Uhr) genutzt werden kann. Nicht entsorgt werden kann derzeit Grünschnitt, da alle Kompostierungsanlagen geschlossen sind. Diese Entscheidung traf der Landkreis, denn die Stadt ist hierfür nicht zuständig.

„Ich bitte daher darum, Grünschnitt vorübergehend zu Hause zu lagern und auf keinen Fall im Wald zu entsorgen", appelliert Möller. Gleichwohl ist der Rathaus-Chef überaus angetan vom Verhalten der Bevölkerung: „Während es andernorts tumultartige Zustände beim Einkaufen gibt, verhalten sich die Weiterstädter größtenteils sehr vernünftig und solidarisch." Zahlreiche Bürger meldeten sich etwa bei der Weiterstädter Ehrenamtsagentur (WEA) und baten ihre Unterstützung für ältere und chronisch kranke Menschen an, die zur Risikogruppe zählen und deshalb derzeit so wenig wie möglich ihr Zuhause verlassen sollten. Zudem halten sich die meisten Bürger an die strengen Regeln, gehen auf Abstand zu Mitmenschen und treffen sich nicht in größeren Gruppen. „Deswegen ist in Weiterstadt die Anzahl an Neu-Infizierten nicht so sprunghaft gestiegen wie in vielen anderen Kommunen", berichtet Möller. Wesentlich dazu beigetragen hätten auch die Unternehmen und Gewerbetreibenden in Weiterstadt, die sich größtenteils vorbildlich an die strikten Schließungsvorgaben von Bund und Land halten. „Fast alle sind sehr verständnisvoll und haben schnell gehandelt", unterstreicht Möller.

Im Rathaus der Stadt Weiterstadt trifft sich seit zwei Wochen regelmäßig ein Verwaltungsstab mit Mitarbeitern aus allen Fachbereichen. Das Ziel: Mitarbeiter und Bürger vor einer Infektion schützen und gleichzeitig das öffentliche Leben so gut es geht aufrechtzuerhalten. „Der Verwaltungsstab arbeitet sehr fokussiert und agiert trotz der schwierigen Lage besonnen, was sich bereits ausgezahlt hat", betont Bürgermeister Ralf Möller. In den vergangenen Tagen arbeitete die Verwaltung an einem Betreuungskonzept für Kinder bis zwölf Jahren. In allen Kindertagesstätten wurden mehrere Notgruppen für Kinder eingerichtet, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Dieser Gruppen gehören maximal fünf Kinder an, die in ihren gewohnten Einrichtungen betreut werden können. „Die meisten Eltern waren sehr einsichtig, haben nicht auf einen Betreuungsplatz gedrängt, sondern nach Alternativen gesucht", freut sich Möller.

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