Weiterstadt WIRkt!
Kommunale Integrations- und Vielfaltsstrategie

Weiterstadt ist vielfältig und bunt, diese Vielfalt braucht aber auch Leitlinien und Rahmenbedingungen, damit sich die Vielfalt weiterentwickeln kann. Der zweite Workshop zum Thema "Bündnis für Vielfalt – Vernetzung" findet am 12. Juni 2021 zwischen 10:00 und 14:30 Uhr als Webex-Meeting statt. Anmeldungen nimmt Jürgen Mißback (juergen.missback@weiterstadt.de) entgegen.

Weitere Informationen zu "Weiterstadt WIRkt" finden Sie hier.

Das soziale Miteinander stärken, Integration erleichtern und Vielfalt ermöglichen: Diese Ziele sind mit dem Projekt „Weiterstadt WIRkt" verbunden. Die Erfahrungen und Anregungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielen dabei eine große Rolle. Deshalb hat sich die Stadtverwaltung dazu entschieden, im Vorfeld zwischen dem 25. Mai und dem 6. Juni erneut eine Online-Befragung durchzuführen.

Zur Befragung gelangen Sie hier.

Mitwirken und Vielfalt in Weiterstadt gestalten, Demokratie entwickeln - gemeinsam mit anderen Bürgerinnen und Bürgern sowie der Kommunalpolitik und Stadtverwaltung. Diese Chancen sind mit einer Teilnahme verbunden!

Im Jahr 2021 finden in Weiterstadt vier große Veranstaltungen zur Entwicklung einer kommunalen Integrations- und Vielfaltsstrategie statt.

  • Auftaktveranstaltung (20. Februar 2021, 10:00 – 13:00 Uhr)
  • Workshop Leitlinien – konzeptioneller Rahmen (8. Mai 2021, 10:00 – 16:00 Uhr)
  • Workshop Bündnis für Vielfalt – Vernetzung (12. Juni 2021, 10:00 – 14:30 Uhr)
  • Workshop Vielfaltsmanagement-Diversitymanagement (18. September 2021, 10:00 – 16:00 Uhr)

Zum Hintergrund: Die Themen Integration und Vielfalt sind für Weiterstadt sehr wichtig – und werden seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Vertriebene hier heimisch. Später folgten viele Gastarbeiter und Kriegsflüchtlinge, die wesentlich zur Vielfalt im Stadtleben beigetragen haben. „Ich bin sehr stolz darauf, dass in Weiterstadt so viele verschiedene Kulturen präsent sind", sagt Bürgermeister Ralf Möller und ergänzt: „Besonders aufgrund unserer intakten Vereinsstruktur können sich Menschen hier gut in unsere Gesellschaft integrieren." Um die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern, wird die Stadt, das heißt Bürger*innen, Kommunalpolitik und Verwaltung in den nächsten Monaten eine kommunale Integrations- und Vielfaltsstrategie entwickeln. Diese ist Teil des Landesprogramms WIR, das durch gezielte Unterstützung zur Weiterentwicklung und Neubestimmung der hessischen Integrationspolitik beitragen soll. (Foto: Videmotion)

In der Stadt Weiterstadt sind in der letzten Dekade viele gesellschaftliche Themen stärker in den Vordergrund getreten. Neben Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien und der sozialen Betreuung der geflüchteten Menschen sind dies unter anderem die Koordination der Angebote für Senioren und Frauen, die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, Maßnahmen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und verschiedene Bereiche der Bürgerbeteiligung.

Der Fachbereich „Gesellschaft und Bildung" der Stadt Weiterstadt ist in vielen dieser Bereiche Wegbegleiter und Unterstützer von ehrenamtlich Engagierten, Institutionen und der Kommunalpolitik vor Ort. In unterschiedlichen Kontexten der Zusammenarbeit wurde immer wieder die Notwendigkeit der Erstellung von übergeordneten Leitlinien diskutiert, einem gemeinsam erstellten und strategischen Konzept. Im Rahmen einer solchen grundlegenden Auseinandersetzung mit der Frage, wie die Stadtgesellschaft sich den künftigen Herausforderungen stellen kann, sind die folgenden Thesen entstanden:

  • Deutschland ist ein Einwanderungsland. Die Vielfalt der Lebensentwürfe, der kulturellen, religiösen und politischen Identitäten wird zukünftig noch stärker als bislang alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens prägen. Diese Vielfalt ist eine Chance zur zukunftsorientierten Fortentwicklung der Gesellschaft und wird unser Land bereichern, wenn es durch eine kluge (Integrations-) -politik gelingt, die vorhandenen Potentiale zu entfalten und zu nutzen.
  • Gelingende Integration ist kein gesellschaftliches Sondermodell, sondern Teil einer demokratischen sowie sozial- und bildungspolitischen Offensive, die die umfassende Teilhabe aller Bürger unseres Landes am gesellschaftlichen Leben zum Ziel hat, unabhängig von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion oder sozialem Status.
  • Die Globalisierung hat gesellschaftliche Disparitäten verstärkt und bei wachsenden Teilen der Bevölkerung Angst vor der Zukunft erzeugt. Damit einhergehend ist ein Verlust an Vertrauen in die demokratischen Institutionen der Gesellschaft (Parteien, Parlamente, Administration, Medien u.a.) zu konstatieren. Dies wird von populistischen und teilweise offen demokratiefeindlichen Kräften der Gesellschaft für die eigene Profilierung genutzt und stellt eine Bedrohung für die demokratische Entwicklung der Gesellschaft dar.
  • Die „Seele" der Demokratie ist die Identifizierung der Bürger mit ihrem Gemeinwesen und ihr Vertrauen in die politischen und administrativen Instanzen. Demokratie stärken bedeutet deshalb, die Beteiligung der Bürger an allen sie betreffenden Fragen zu sichern und systematisch zur Verbesserung ihrer Lebenslagen beizutragen. Dies gelingt am besten dort, wo zivilgesellschaftliches Engagement, politisches Handeln und administratives Umsetzen in einem Prozess demokratischer Willensbildung verzahnt werden können.
  • Die Kommune als Sozialraum bietet im Besonderen die Möglichkeit, ein auf Beteiligung gegründetes und Demokratie stärkendes Handlungskonzept zu entwickeln. Der lokale Sozialraum stiftet Identität und schafft unmittelbare Möglichkeiten der Beteiligung und positiven Veränderung der eigenen Lebensverhältnisse. Hier können die Menschen direkt, transparent und sinnlich erfahrbar Demokratie gestalten und erleben. Dies ist das beste „Bollwerk" gegen demokratiefeindliche Tendenzen.

Wie gelingt gutes Leben für alle in Weiterstadt?

Im Herbst 2019 bot sich die Möglichkeit, mit einer Bewerbung bei dem Projekt „Erstellung einer kommunalen Integrations- und Vielfaltsstrategie" des Landes Hessen die Fragen nach Chancengerechtigkeit und Integrationsmöglichkeiten für alle Mitbürger*innen Weiterstadts zu stellen und den mit dem Migrationsbericht begonnenen Diskurs fortzuführen.

Im April 2020 erhielt die Stadt Weiterstadt den Zuschlag zu dem Projekt, das bis Ende September 2021 angelegt ist. Herr Dr. Winfried Kösters erhielt den Zuschlag, die Prozessbegleitung für die Stadt Weiterstadt zu koordinieren und zu begleiten. Herr Kösters hat schon in mehreren anderen Städten (u.a. Aschaffenburg, Landau) und beim Landkreis Darmstadt-Dieburg ähnliche Prozesse erfolgreich umgesetzt. Mindestens drei größere und öffentliche Veranstaltungen mit geeigneten und zum Teil niederschwelligen Beteiligungsformaten sollen stattfinden, um möglichst viele bzw. unterschiedliche Bevölkerungsgruppen in Weiterstadt zu erreichen und zu beteiligen. Außerdem wird die Unterstützung und Genehmigung durch die politischen Gremien der Stadt Weiterstadt angestrebt.

Mit der Erstellung einer kommunalen Integrations- und Vielfaltsstrategie verbinden wir insbesondere das Ziel, die zahlreichen Initiativen, Gruppen und Akteure, die sich bereits für Bildung, Soziales und Integration in Weiterstadt engagieren, miteinander ins Gespräch zu bringen. Gerade im Hinblick auf die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen halten wir einen breiten Diskurs zu den Themen Integration und Vielfaltsmanagement für unabdingbar. Auf der Wirkungsebene streben wir folgende Ziele an:

  • Leitlinien – konzeptioneller Rahmen

Die kommunale Integrations- und Vielfaltsstrategie schafft den konzeptionellen Rahmen (Leitlinien) für die Kooperation von Verwaltung, Kommunalpolitik und zivilgesellschaftlichen Akteuren in Weiterstadt.
Das Ziel ist, die gesellschaftliche Teilhabe aller zu ermöglichen und das Zusammenleben in der Stadtgesellschaft zu verbessern.
Einzelne Bausteine zur Entwicklung einer kommunalen Integrations- und Vielfaltsstrategie sind unter anderen das Integrationskonzept aus den Jahren 2012 und seine Fortschreibung aus dem Jahr 2015 unter dem Namen „Wir sind Weiterstadt", der Migrationsbericht 2019 und der Bildungsgesamtplan.
Des Weiteren dient die kommunale Integrations- und Vielfaltsstrategie als Grundlage für eine kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Kooperationen/Konzeptionen in den nachfolgenden Jahren und ihrer strategischen Verknüpfung.

  • Bündnis für Vielfalt – Vernetzung

Alle Akteure sind in einem „Bündnis für Vielfalt" vernetzt, dass aus dem Prozess der Strategieentwicklung hervorgegangen ist. Grundlagen für dieses Bündnis für Vielfalt sind die vielen in Weiterstadt schon vorhandenen Aktivitäten, Gruppen und Institutionen.
Das Netzwerk bildet den Rahmen für verschiedene partizipative Veranstaltungsformate zu gesellschaftlich relevanten Themen und macht so das Engagement von Haupt- und Ehrenamt in den unterschiedlichsten Bereichen immer wieder im Alltag sichtbar.

  • Vielfaltsmanagement – Diversity management

In der kommunalen Integrations- und Vielfaltsstrategie wird ein Steuerungs- und Schnittstellenmanagement beschrieben, das die nachhaltige Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen, die Pflege der geschaffenen Netzwerke und die Fortsetzung des Entwicklungsprozesses sicherstellt. Diesem Vielfaltsmanagement (Diversity management) kommt somit zukünftig eine bedeutende und wegweisende Rolle zu.

 

Im Jahr 2021 finden in Weiterstadt vier große Veranstaltungen zur Entwicklung einer Kommunalen Integrations- und Vielfaltsstrategie statt.

  • Auftaktveranstaltung (20. Februar 2021, 10:00 – 13:00 Uhr)
  • Workshop Leitlinien – konzeptioneller Rahmen (24. April 2021, 10:00 – 16:00 Uhr)
  • Workshop Bündnis für Vielfalt – Vernetzung (12. Juni 2021, 10:00 – 16:00 Uhr)
  • Workshop Vielfaltsmanagement-Diversitymanagement (18. September 2021, 10:00 – 16:00 Uhr)

Die Veranstaltungen werden durch das Land Hessen gefördert.

Ziele des Landes Hessen:

  • Lokale und kommunale Integrations- und Vielfaltsstrategien werden in einem partizipativen Prozess mit allen Bürger*innen erarbeitet.
  • Gestaltung des zukünftigen Zusammenlebens
  • Stärkung von Vielfalt und Teilhabe
  • Die Vielfaltsorientierung in Institutionen und Bürgerschaft soll gestärkt und der gesellschaftliche Zusammenhalt gegen Populismus und gruppenbezogene Intoleranz gefestigt werden.